26.09.2011
Der Kampf um die demokratische Hochschule

Der Umbau der Hochschullandschaft ist weit fortgeschritten. Ein Kernpunkt der vielen Auseinandersetzung ist seit Jahren die Frage der Mitbestimmung.

Gerade Studierende in den zeitintensiven und reglementierten Bachelor- und Masterstudiengängen können Ressourcen für Aktivitäten in den Gremien der studentischen Selbstverwaltung beziehungsweise der akademischen Mitbestimmung nur zu Lasten des Studiums aufbringen. Das hat Folgen: Studienverzögerungen mit den entsprechenden Konsequenzen wie Zwangsberatung, Langzeitstudiengebühren und im Extremfall sogar der Zwangsexmatrikulation gehören dazu. Diejenigen die reguläre Studiengebühren abführen müssen, trifft es von vorneherein härter.

Die Mitwirkung in der studentischen und akademischen Selbstverwaltung gilt aber gesetzlich als Recht und Pflicht der Studierenden, die gleichzeitig wiederum sanktioniert wird durch die Rahmenbedingungen an den Hochschulen. Letztlich wird damit nicht nur dieses Recht und diese Pflicht ausgehebelt, sondern die Schwächung der Mitbestimmung als Ganzes voran getrieben. Dies passt wiederum gut in das derzeit vorherrschende Konzept der unternehmerischen  Hochschulen, in denen gestärkte Hochschulleitungen von oben nach unten durchregieren können. Statt Mitbestimmung wird vermehrt auf Partizipation gesetzt.

Zwei aktuelle Beiträge setzen sich mit dieser Situation auseinander. Einmal fragen Fredrik Dehnerdt und Clara Meier bei Studis-Online nach den Bedingungen und Möglichkeiten von hochschulpolitischem Engagement in der unternehmerischen Hochschule. Zum anderen hält Matthias Anbuhl, Leiter der Abteilung Bilungspolitik und Bildungsarbeit beim DGB Bundesvorstand, in der Gegenblende ein Plädoyer für eine demokratische und soziale Hochschule. Die Beiträge befinden sich hier und hier