Meldung

ver.di Innovation und Gute Arbeit

Wie Arbeitszeitrealitäten auf Vereinbarkeit und Gesundheit wirken

  • 09.02.2026

Eine Auswertung des DGB-Index Gute Arbeit für den Dienstleistungssektor

Im Dienstleistungssektor sind Risiken durch Arbeitsstress, Arbeiten trotz Krankheit und atypische Arbeitszeiten verbreitet. Gestaltungsspielräume verbessern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und schützen die Arbeitsfähigkeit, stehen aber nicht allen zur Verfügung. Das sind zentrale Ergebnisse der ver.di-Analyse des DGB-Index Gute Arbeit zu Arbeitszeitrealitäten im Dienstleistungssektor, für die ver.di die Daten der Repräsentativbefragungen mit dem DGB-Index Gute Arbeit der Jahrgänge 2024 und 2020 für den Dienstleistungssektor mit Fokus auf die Arbeitszeitrealitäten ausgewertet hat. 

  • Fast Dreiviertel (71,2%) der Beschäftigten arbeiten auch am Wochenende, abends oder in Schichten. Über die Hälfte (53,8%) ist in hohem Maß von Arbeitshetze und Zeitdruck betroffen. Nur ein Drittel (37,5%) geht nie krank zur Arbeit.
  • Hauptgründe für Teilzeitbeschäftigung: die Arbeitsbelastung wäre sonst zu hoch (41,7% haben aus diesem Grund ihre Arbeitszeiten reduziert) und Sorgearbeit für Kinder (49,3%) oder pflegebedürftige Angehörige (16,7%).  53,3% der Frauen im Dienstleistungssektor arbeiten in Teilzeit – über die Hälfte (55,6%) von ihnen wegen Kinderbetreuung, knapp ein Fünftel wegen der Pflege von Angehörigen (18,6%). Männer reduzieren ihre Arbeitszeiten seltener (16,4%) und geben als Grund deutlich seltener Sorgearbeit an (Kinderbetreuung 22,1%, Pflege von Angehörigen 8,8%).
  • Vereinbarkeitsschwierigkeiten sind verbreitet: 34% der befragten Beschäftigten sind sehr häufig bzw. oft von Zeitkonflikten zwischen Privatleben und Arbeit betroffen. Über die Hälfte der Beschäftigten im Einzelhandel (55,3%), dem Gesundheits- (54,6%) und Sozialwesen (57,9%) sind sehr häufig bzw. oft zu erschöpft, um sich nach der Arbeit um familiäre/private Angelegenheiten zu kümmern. 
  • Spielräume bei der Arbeitszeitgestaltung sind eine positiv wirkende Ressource. Sie werden aber nicht allen Beschäftigten ermöglicht. Deutlich wird die positive Wirkung von Gestaltungsspielräumen auf den Erhalt der Arbeitsfähigkeit bis zur Rente (38% mit geringen Spielräumen, 62,8% mit großen Spielräumen sind optimistisch) und die Vereinbarkeit (72,8% mit großen Spielräumen versus 53,3% mit geringen Spielräumen haben keine Vereinbarkeitsprobleme).

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Broschüre Wie Ar­beits­zeitrea­li­tä­ten auf Ver­ein­bar­keit und Ge­sund­heit wir­ken
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