Termin

Erweiterte DNA-Analyse: Hilfe zur Kriminalaufklärung oder Gefahr für die Demokratie?

DNA-Spuren am Tatort haben bislang vor allem zum Abgleich
mit Spuren von bereits bekannten Verdächtigen gedient. Dagegen
ist nun eine Gesetzesvorlage der Bundesregierung auf dem
Weg, die es erlauben würde, genetische Hinweise auf Merkmale
des Täters oder der Täterin – Haut-, Haar- oder Augenfarbe sowie
genetische Abstammung – schon zu Zwecken der Fahndung
zu verwenden. Aber wie sicher sind diese auf Wahrscheinlichkeiten
basierenden Schlüsse? Können sie die Ermittlungen in eine
falsche Richtung lenken? Was helfen Merkmale in Fahndungsaufrufen,
die z. B. durch Kleidung verdeckt werden können?
Und fokussieren Fahndungen nicht vorschnell einen Kreis bestimmter
Verdächtiger? Wie sicher ist die wissenschaftliche
Grundlage für diese Verfahren und wie sicher ihre Anwendung?
Und kann aus kleinsten Bruchteilen von Erbinformationen überhaupt
sicher auf das Erscheinungsbild gesuchter Personen geschlossen
werden? Wie reflektiert geht die Öffentlichkeit mit
Fahndungsaufrufen um? Wie kann verhindert werden, dass
Minderheiten stigmatisiert werden?

 

Prof. Dr. Veronika Lipphardt ist Professorin für Wissenschafts- und
Technikforschung (Science and Technology Studies) am University
College Freiburg. Sie studierte Biologie, Musik- und Sozialwissenschaften
und leitete von 2011 und 2015 nach mehreren weiteren akademischen
Stationen eine unabhängige Forschungsgruppe am Max
Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Sie gehört der
»Wissenschaftlichen Initiative zu Erweiterten DNA-Analysen« an und
begleitet in dieser Rolle die öffentlichen Diskussionen um diese Technologie
kritisch und aus wissenschaftlicher Sicht. Die Initiative berichtet
über die Möglichkeiten, den Entwicklungsstand und die Gefahren
einer solchen Technologie.
Veronika Lipphardt forscht u. a. zur Geschichte der Populationsgenetik.
In ihrem Buch »Biologie der Juden. Jüdische Wissenschaftler über
»Rasse« und Vererbung, 1900-1935« (2008) analysiert sie einen wichtigen
Ausschnitt aus dieser Geschichte.

 

Veranstaltungsflyer

 

Veranstalter:
Gruppe "Wissen und Kritik" an der TU Braunschweig  
Ort:
Hörsaal PK 4.3, TU-Altgebäude, Pockelsstraße 4
Datum:
Montag, 27. Januar 2020
Beginn:
18:30 Uhr
Ende:
00:00 Uhr
 

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